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19.07.2010 16:19 Alter: 47 Tage

Hamburg

Von: Stefan Hirschmann

Derby: Jubeln dürfen andere

Fußball-Manager Klaus Allofs schaute beim 141. Deutschen Derby in die Röhre: Für den hoffnungsvollen Galopper Codoor des Geschäftsführers von Fußball-Bundesligist Werder Bremen war im 20er-Feld für das mit 780.000 Euro dotierte wichtigste Rennen der deutschen Turfsaison am Sonntag in Hamburg-Horn kein Platz mehr. Dafür richteten sich die Blicke auf Zazou. Der dreijährige Hengst aus dem Stall des Krefelder Trainers Mario Hofer galt bei den Buchmachern als Favorit auf den Derbysieg. Mit dem Union-Rennen hat Zazou das wichtigste Vorbereitungsrennen gewonnen. Und mit dem Franzosen Olivier Peslier wurde eigens ein Jockey der Extraklasse verpflichtet, der für den Trierer Sportmanager Werner Heinz bereits das Derby 2003 mit Dai Jin gewonnen hatte. Doch jubeln durften diesmal andere.

 

Der 188:10-Außenseiter Buzzword, ein Pferd des Dubai-Scheichs Mohammed Al Maktoum, gewann mit dem englischen Reiter Royston Ffrench vor 25.000 das Rennen der Rennen. Noch nie in der Geschichte des 1994 für ausländische Vollblüter geöffneten Deutschen Derbys hatte ein ausländisches Pferd gewonnen. Bislang war der zweite Platz für Overbury 1994 das beste Ergebnis gewesen. "Buzzword ist ein sehr hartes, widerstandsfähiges Pferd, für ihn kam dieses Rennen genau zum richtigen Zeitpunkt", sagte Jockey Ffrench, der als Ersatzmann für den gesperrten Stammjockey Achmed Ajtebi eingesprungen war. Es war sein erster Derbysieg. Der Sieger war gemeinsam mit dem Favoriten Monterosso für 50.000 EUR nachgenannt worden. Bei einer Siegprämie von 300.000 EUR war dies ein lohnendes Geschäft für den Godolphin-Rennstall.

Gleich fünf Pferde schickte Trainer Peter Schiergen (Köln) ins Rennen. Stalljockey Andrasch Starke hatte sich für Seventh Sky entschieden, dessen Brüder Samum und Schiaparelli schon das Derby gewonnen haben. "Nicht nur aus nostalgischen Gründen", sagte Starke, der in diesem Jahr allerdings leer ausging. 

Für den Hamburger Renn-Club war die Derby-Woche dennoch kein großer Erfolg. Aufgrund der großen Hitze war der Besuch übersichtlich, auch gewettet wurde weniger. Insgesamt stand ein deutlicher Rückgang von 15 Prozent zu Buche. Wenn im kommenden Jahr wie angekündigt der jährliche Zuschuss des Senats von 400.000 EUR entfällt, steht die Zukunft der Rennwoche in den Sternen.