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Kiel
JAXX bläst zum Gegenangriff
Baden-Württembergs Glücksspiel-Behörde jetzt unter Zugzwang
Im deutschen Glücksspielmarkt wird mit ähnlich harten Bandagen gearbeitet wie in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Auseinandersetzung, die TURF NACHRICHTEN und den Pferdewettanbieter JAXX mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe verbindet. In der baden-württembergischen Glücksspiel-Behörde, so interpretieren wir die Meinung von JAXX, gibt es wohl wie in vielen NHL-Teams einen eher destruktiven Spielertyp, den man auf Amerikanisch "Goon" nennt. Die Aufgabe eines Goon besteht gemeinhin darin, den besten Spieler der gegnerischen Mannschaft kampfunfähig zu machen. JAXX sieht die Gefahr, dass die Badener so einen Beamten-Goon dafür abgestellt haben, um die JAXX-Werber der Reihe nach zu eliminieren, und will das verständlicherweise verhindern. Die Geschäftsleitung des Hamburger Totalisator-Wettvermittlers war wegen des Coups der Beamten gegen TURF NACHRICHTEN so verärgert, dass man sofort die Justiziarin in der Kieler Zentrale des Unternehmens bemühte. Evalotta Kahlen fackelte nicht lange und wandte sich ratzfatz am 18. Februar an das Regierungspräsidium mit folgendem Schreiben, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:
"Unser Werbepartner Turfnachrichten hat uns Ihr Schreiben an Herrn Schulze vom 08. 02. 2010 zur Verfügung gestellt. Ihre Behauptung, die JAXX GmbH betreibe unter www.jaxx.de illegales Glücksspiel i.S.d. § 3 Abs. 1 GlüStV, entbehrt jeder Grundlage und ist falsch.
Vielmehr bietet die JAXX GmbH unter www.jaxx.de ausschließlich Gewinnspiele und Pferdewetten an. Für das Angebot der Pferdewetten besitzt die JAXX GmbH eine Buchmachererlaubnis des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr. Als einer der größten und bedeutsamsten Partner des Deutschen Trab- und Galopprennsports vermittelt die JAXX GmbH nahezu 100 % ihrer Pferdewetten in die Totalisatoren deutscher Rennbahnen. So unterstützt die JAXX GmbH den Not leidenden deutschen Pferderennsport in ganz erheblichem Maße.
Wir fordern Sie auf, uns bis zum 23. 02. 10 mitzuteilen, an welche unserer Werbepartner Sie ein gleich- oder ähnlich lautendes Schreiben verschickt haben. Des Weiteren fordern wir Sie auf, Ihre Behauptung gegenüber den Empfängern dieser Schreiben bis zum gleichen Datum richtig zu stellen und uns dies nachzuweisen. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden wir nicht zögern, rechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten. Die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen behalten wir uns ausdrücklich vor."
Man sieht, jetzt ist also richtig Stimmung in der Bude, so wie in der Verlängerung eines Eishockey-Matches. Das Referat 86 des Regierungspräsidiums steht nun mit dem Rücken an der Wand und muss handeln. Will man mit der gewählten Strategie glaubwürdig bleiben, muss man unverzüglich juristisch gegen JAXX, GALOPP ONLINE und das Direktorium wegen illegaler Glücksspielwerbung vorgehen; tut man dies nicht, wäre dies praktisch ein Schuldeingeständnis, dass es von Anfang an nur darum ging, TURF NACHRICHTEN mit einem reinen Willkür-Akt zu schaden. In dem Fall würden wir nicht zögern, Strafanzeige gegen die betreffende Sachbearbeiterin zu stellen, die dann nach der Verurteilung wegen einer Straftat im Amt aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden müsste. Und so eine Spielsituation bewältigen wir locker auch ohne Goon, sondern nur mit einem gepflegten Bandencheck.
