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Madrid
Mehr Geld als Eddie Pedroza, und jetzt nach Dubai
Ein junger Auswanderer macht sein Glück
Anfang Januar bereitete sich Borussia Mönchengladbach in seinem Wintertrainingslager an der spanischen Costa del Sol ganz in der Nähe der Rennbahn Mijas vor. Bis der Galopprennsport in dieser Ferienregion wieder das Zepter übernimmt, werden noch ein paar Wochen vergehen. Eine Woche nach dem Großen Preis von St. Moritz veranstaltet man dann erneut den hochdotierten Mijas Cup (86.700 Euro) auf der Fibersandbahn. Wer also auf ein lukratives Rennen ohne allzu störende Auslandskonkurrenz scharf ist, findet in der Nähe von Malaga fette Weidegründe vor und sollte bis zum 15. Februar nennen.
Rennbahn Mijas
Sonntag, 28. Februar 2010
Gran Premio Dia de Andalucia - Mijas Cup
86.700 Euro (51.000 - 20.400 - 10.200 - 5.100)
Für vierjährige und ältere Pferde. Gewicht 57 kg. 2200m (Rechtskurs, Fibersand).
Nennungsschluss: Montag 15. Februar, 10 Uhr
Gewichteveröffentlichung: Mittwoch 17. Februar, 10 Uhr
Streichungstermin: Montag 22. Februar, 10 Uhr
Nachnenntermin: Montag 22. Februar, 13 Uhr
Starterangabe: Dienstag 23. Februar, 10 Uhr
Renntechnik-Fax der Rennbahn Mijas: 0034 - 952 59 30 60
Die französische Jockeyschule AFASEC mit ihrem hervorragenden Ausbildungssystem produziert ständig neue reiterliche Talente, so dass manchen nach der Lehre nur das Auswandern bleibt. Manchmal auch nach Spanien, wie etwa Jérémy Crocquevieille, der in Madrid auf die jungen Italiener Marco Secci und Christian Gnesi oder den englischen Nachwuchsmann Bob Naylor trifft. Dazu gesellt sich natürlich eine ganze Reihe von Südamerikanern. Das spanische Rennjahr 2009 brachte mit dem jungen Franzosen Julien Grosjean einen neuen Jockey-Champion hervor, der erst vor drei Jahren nach Madrid kam und damals insgesamt nur 75 Siege auf seinem Konto hatte. Grosjean gewann 2009 mit 53 Rennen zwar nur gut halb so viele Prüfungen wie der deutsche Meister Eddie Pedroza (96), doch holte er mit 720.000 Euro gegenüber Pedroza (661.000 Euro) deutlich mehr Geld. Und das Ganze mit einem wesentlich gemütlicheren Lebensstil bei sehr begrenztem Reisestress. Während der bienenfleißige Pedroza samstags über die "Dörfer" im Osten muss, können sich die spanischen Reiter zumindest im Frühjahr und Herbst auf einen wöchentlichen Renntag vor der Haustür in Madrid konzentrieren.
Dass es für den jungen Franzosen am Ende zum Titel reichte, war auch dem Zufall zu verdanken, denn der Triumph hing zum Schluss am seidenen Faden. Mehrere Jockeys reisten mit dem ICE von Madrid nach Sevilla zum Saisonfinale, doch blieb der Schnellzug kurz vor dem Ziel mit einer Panne liegen. Grosjeans Verfolger Oscar Ortiz de Urbina verpasste dadurch einen Siegritt, und der Franzose blieb mit einem Punkt Vorsprung vorne. Manchmal braucht man eben einfach ein bisschen Glück im Leben. Und über Winter soll Grosjean, der im Alter von 13 Jahren in der Jockeyschule von Chantilly anfing, nun spanische Pferde beim Rennmeeting in Dubai reiten. Den Unterschied zwischen dem französischen und dem spanischen Rennsport definiert Julien Grosjean so: "Ich bin hier sehr zufrieden, ich mag die Leute in Spanien sehr. In Frankreich lebt man nur für die Arbeit, während das hier nicht so ist. Auf der Rennbahn gibt es ein gutes Betriebsklima im Kollegenkreis und eine große Nähe zu den Fans. Hier kann jeder einen berühmten Trainer wie Mauri Delcher (Anm. der Red.: Gruppe 1-Sieger in Royal Ascot und Longchamp) ansprechen. In Frankreich käme kein Turffan auf die Idee, sich André Fabre oder Alain de Royer Dupré zu nähern."
